Gedenktag an Arnold Niederer
Am 11./12. Juni 2005 hat sich zum ersten Mal seit dem Hinschied ihres verehrten Lehrers Arnold Niederer eine grosse Zahl seiner ehemaligen Studentinnen und Studenten im Lötschental getroffen. Kaum jemand unter ihnen, die oder der nicht vor Jahrzehnten am Entstehen des Lötschentaler Musuems aktiv mitgemacht hatte. So war denn die Freude am Wiedersehen einerseits des vertrauten, nun aber sanft renovierten Arnold-Niederer-Hauses gross; andererseits auch diejenige mit dem ausgebauten Lötschentaler Museum. Beides hat den Versammelten den Wandel vom Hergebrachten zur Moderne vor Augen geführt, ein Thema, für das sie von ihrem Professor stets sensibilisiert worden waren. Alte Bande pflegen und gleichzeitig Modernes erkennen, soll Programm sein für weitere solche Treffen.
In Kippel haben alle Ehemaligen, die bei Professor Arnold Niederer an der Universität Zürich Volkskunde studiert haben, einen Einsatz geleistet, sogar lange bevor das Lötschentaler Museum 1982 eröffnet werden konnte. Gerne sind ihrer zwei Dutzend Fachleute am letzten Wochenende zum Tatort zurückgekehrt und haben sich vom gegenwärtigen Leiter, Thomas Antonietti , in das aktuelle Ausstellungskonzept einführen lassen und vernommen, dass die Zusammenarbeit zwischen grösstenteils freiwilligen Mitarbeiter/innen aus der Talschaft und professioneller Betreuung sich zum Erfolgsrezept des Lötschentaler Museums entwickelt hat, ganz nach dem Wunsch des Initiators und Förderers Arnold Niederer.
Ein weiterer Grund für das Ehemaligentreffen sieben Jahre nach dem Tod ihres verehrten Universitätslehrers war die Besichtigung des Arnold-Niederer-Hauses in Ferden , das Arnolds Frau, Loni Niederer, in die gleichnamige Stiftung eingebracht und einer sanften Modernisierung unterzogen hat. Die Zeiten, wo dem „Herrn Professor“ der Gartenschlauch als Dusche diente, sind vorbei, nun steht ein modernes Badezimmer zur Verfügung. Die Stiftung ist froh, dass Gemeindepräsident Josef Werlen und die Burgergemeinde Ferden ein wachsames Auge auf das Haus haben, ist es doch mit Baujahr um 1510 eines der ältesten im Tal!
Den Wandel vom Hergebrachten zum Modernen zeigte Werner Bellwald seinen ehemaligen Studienkolleg/innen humorvoll anhand der Sperrgutobjekte, die er in den letzten Jahren gesammelt hat und die sich auch in der geordneten Deponie bei Ried besichtigen liessen, denn Abfälle verraten, was in der Alltagskultur, die im Zentrum volkskundlicher Forschung steht, keinen Wert mehr hat. In seinem gelungen renovierten Haus durfte die Gästeschar auf ihr Studium der Volkskunde, auf die Stifter und auf ihre Verbundenheit mit dem Lötschental dankbar anstossen.
Béatrice Grenacher-Berthoud, Oberwil BL
Juni 2005





